Schlagwort: it’s cowtime

Das neue Projekt in Kooperation mit Bayreuth 4U

Happy Endings für Rinder

Ab heute gibt es eine Kooperation zwischen it’s cowtime und dem monatlich erscheinenden Magazin Bayreuth4U. Die Serie trägt den Titel „Happy Endings“ und befindet sich immer auf der vorletzten Seite der Bayreuth4U und hier auf dem it’s cowtime Blog.

Für alle, die it’s cowtime noch nicht kennen und mich (Lena), die Urheberin des Projektes, eine kurze Zusammenfassung:
it’s cowtime ist ein Projekt mit und vor allem für Rinder. Im Jahre 2012 begann alles in Berlin aus Spaß an der Freude, der Liebe zu Kühen und mit einer kleinen Stickerkuh. Nachdem ich das Buch „Tiere Essen“ von Jonathan Safran gelesen hatte, bekam das ganze Projekt einen tieferen Sinn. Der Sticker war immer mein Weg mit Menschen ins Gespräch zu kommen, darüber, wie wir Tiere heutzutage ausnutzen, unter welchen Bedingungen wir sie halten und wie beiläufig doch gegessen wird. Wir sollten unserem Essen die Wichtigkeit und das Bewusstsein zugestehen, welches es verdient hat. Wer gerne mehr zu meiner Person und dem Projekt erfahren möchte, kann sich hier auf der Homepage umschauen oder sich das Podcast Interview mit mir anhören (25 Minuten).
Mit meinen Zeichnungen begann ich im Jahr 2014, als ich beschlossen hatte, einen Kalender zu machen zu Gunsten der Rinder auf Hof Butenland, einem der Tierschutzhöfe in Deutschland. Mehr Infos zum Kalender findet ihr HIER.

Zur Kooperation mit Bayreuth4U:
diese ist auf ganz wundervolle Weise entstanden, nämlich im grandiosen Forum Phoinix – in dem ich letztes Jahr eine Ausstellung hatte. Hier einen riesen-herzlichen Dank an Matthias Meyer, den ich bei meiner Ausstellung im Phoinix kennengelernt habe, und das Team von Bayreuth4U, dass sie mir diesen kleinen feinen Platz freigeben. Es werden euch in jeder Ausgabe eine Kuh bzw. ein Ochse vorgestellt, welche/welcher auf einem Gnadenhof lebt, wo sie/er einfach nur Tier sein und frei leben darf ohne jeglichen Nutzen für den Menschen.

Diesen Monat fange ich mit einer Kuh von einem Hof um die Ecke an: Peggy.
Peggy lebt auf dem Gnadenhof Fränkische Schweiz e.V. in Stein bei Pegnitz. Der vor über 25 Jahren privat von Monika Pracht gegründete Gnadenhof bietet gequälten, verletzten oder verlassenen Tieren einen sicheren Lebensabend. Viele Jahre lang leitete Monika auch den Verein „Menschen für Tierrechte Nürnberg e.V.“, dessen Vorsitzende sie seit 2017 wieder ist.
Auf ihrem Gnadenhof leben Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Schafe, Ziegen, Vögel, Wildschweine, Ponys und seit 2016 auch Kühe. Der Traum vom Kuhaltersheim bestand schon seit einigen Jahren, denn jede Woche gibt es Anfragen zur Rettung von Kühen. Als Monika dann endlich von einem guten Bekannten eine Weide sowie einen Stall pachten konnte, zogen auch direkt Vroni und Lina, die ersten zwei Kühe, die von ihr aus der Anbindehaltung gerettet werden konnten, ein.
Die Tierschützerin konnte verhindern, dass sie auf die qualvolle und lange Reise in den Tod in der Türkei aufbrechen mussten. Viele Tiere in Deutschland werden exportiert und müssen auf solche Reisen gehen, bevor sie geschlachtet werden. Bei diesen Reisen, viele Tiere müssen mehr als einmal eine solche Reise in ihrem Leben durchstehen, werden sie in Massen auf enge Transporter gepfercht und oft ohne Wasser stundenlang transportiert. Oft werden die gesetzlichen Vorschriften nicht eingehalten und viele Tiere sterben bei den Transporten. Doch eine gewisse Sterbequote wird generell in der Tierproduktion in Kauf genommen.
Vroni und Lina wurde dieses grausame Schicksal erspart und drei Tage nach der Ankunft auf dem Gnadenhof fränkische Schweiz bekam Vorni ihr Kälbchen Viktoria. Allerdings bekam sie eine schwere Euterzündung und Viktoria musste per Hand aufgezogen werden. Damit die Kleine nicht so allein war, kam das Adoptivschwesterchen Peggy in die „Kinderherde“ dazu. Peggy war als Fleischrind gedacht, wäre also gemästet worden und mit 16-19 Monaten geschlachtet. Peggy ist am gleichen Tag wie Viktoria geboren (10.09.2016). Mit ihren jetzigen knapp 17 Monaten wäre sie bereits geschlachtet und zu Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet. Stattdessen kann sie nun ein unbeschwertes Teenagerdasein führen und Viktoria mit ihrem ruhigen und ausgeglichenen Charakter zur Seite stehen.
Die zwei lebten bis vor kurzem zusammen mit „Onkel Aladin“, das letzte verbliebene Pferd der Familie des Vermieters auf einer extra Weide, jedoch immer in Sicht Kontakt mit den anderen. Denn am 3.10.2016 bekam Lina ihren Sohn Lukas, den sie selbst nähren und aufziehen konnte. Die Herdenzusammenführung gestaltete sich etwas kompliziert, da Lukas, trotz Kastration, ein ziemlicher Rambo war. Doch seit einiger Zeit leben alle zusammen auf dem über 20.000 qm großen Areal.

Mehr Infos zu den Rindern auf dem Gnadenhof fränkische Schweiz findet ihr auf deren Homepage oder ihr folgt auf Facebook

Dachterrassen-Gedanken

Die Paradoxie des Lebens – Eine emotionale Momentaufnahme

Ich sitze auf der Dachterrasse „meines“ Hauses auf La Gomera in der Sonne und höre „Parov Stelar – the sun“ in Dauerschleife. Zu dem Songtext: „I’m gonna tell my momma that I’m a traveller. I’m gonna follow the sun“ – für mich Freiheit pur – lese ich den Text einer Tierärztin über die Zeit ihres Praktikums im Schlachtbetrieb. Dieses Praktikum ist für die Ausbildung zum Tierarzt zwingend notwendig.
Wir alle kennen Grafiken zum Fleisch- und Milchkonsum und den umweltschädlichen Folgen der aus diesem Grund vorherrschenden Produktionsmethoden sowie den Hungersnöten, die daraus entstehen. Genauso bekannt ist die Tatsache, dass, wenn die Industrienationen ihren Fleischkonsum zurück- oder sogar einstellen würden, kein Mensch mehr Hunger leiden müsste. Der Hunger in der Welt lässt sich, nur grob angekratzt, auch auf die globalen Auswirkungen des massenhaften und unersättlichen Fleischkonsums unserer Industrienationen direkt zurückführen. Das mag sich für viele weit entfernt anfühlen, doch dieser Text von der Tierärztin Christiane M. Haupt ist nah, sehr nah, denn jeder von uns hat einen Schlachter in seiner Nähe und jeder, der Fleisch isst, egal ob bio oder nicht, fördert diese Umstände:

„… Erzählen möchte ich, dass immer wieder inmitten dieses schleimigen, blutigen Berges ein trächtiger Uterus zu finden ist, dass ich kleine, schon ganz fertig aussehende Kälbchen in allen Größen gesehen habe, zart und nackt und mit geschlossenen Augen in ihren schützenden Fruchtblasen, die sie nicht zu schützen vermochten, – das kleinste so winzig wie ein neugeborenes Kätzchen und doch eine richtige Miniatur-Kuh, das größte weich behaart, braunweiß und mit langen seidigen Wimpern, nur wenige Wochen vor der Geburt. „Ist es nicht ein Wunder, was die Natur so erschafft?“ meint der Veterinär, der an diesem Tag Dienst hat, und schiebt Uterus samt Fötus in den gurgelnden Müllschlucker. Und ich weiß nun ganz sicher, dass es keinen Gott geben kann, denn kein Blitz fährt vom Himmel hernieder, diesen Frevel zu rächen, der seinen Fortgang nimmt, wieder und wieder.
Auch für die erbärmlich magere Kuh, die, als ich morgens um sieben komme, krampfhaft zuckend im eisigen, zugigen Gang liegt kurz vor der Tötungsbox, gibt es keinen Gott und niemanden, der sich ihrer erbarmt in Form eines schnellen Schusses. Erst müssen die übrigen Schlachttiere abgefertigt werden. Als ich mittags gehe, liegt sie immer noch und zuckt, niemand, trotz mehrfacher Aufforderung, hat sie erlöst. Ich habe das Halfter, das unbarmherzig scharf in ihr Fleisch schnitt, gelockert und ihre Stirn gestreichelt. Sie blickt mich an mit ihren riesiggroßen Augen, und ich erlebe nun selbst, dass Kühe weinen können.
Die Schuld, ein Verbrechen tatenlos mitanzusehen, wiegt so schwer wie die, es zu begehen. Ich fühle mich so unendlich schuldig.
Meine Hände, Kittel, Schürze und Stiefel sind besudelt vom Blute ihrer Artgenossen, stundenlang habe ich unter dem Band gestanden, Herzen und Lungen und Lebern aufgeschnitten, – „Bei den Rindern saut man sich immer total ein“, bin ich bereits gewarnt worden.
Das ist es, wovon ich berichten möchte, um es nicht allein tragen zu müssen, – aber im Grunde will es keiner hören. Nicht, dass ich während dieser Zeit nicht oft genug befragt werde. „Wie ist es denn so im Schlachthof? Also, ich könnte das ja nicht!“ Ich grabe mir mit den Fingernägeln scharfe Halbmonde in die Handflächen, um nicht in diese mitleidigen Gesichter zu schlagen, oder um nicht den Telefonhörer aus dem Fenster zu werfen, – schreien möchte ich, aber längst hat all das, was ich tagtäglich mitansehe, jeden Schrei in der Kehle erstickt. Keiner hat gefragt, ob ich es kann. Reaktionen auf noch so karge Antworten verraten Unbehagen ob des Themas. „Ja, das ist ganz schrecklich, und wir essen auch nur noch selten Fleisch.“ Oft werde ich angespornt: „Beiß die Zähne zusammen, du musst da durch, und bald hast du es ja hinter dir!“ Für mich eine der schlimmsten, herzlosesten und ignorantesten Äußerungen, denn das Massaker geht weiter, Tag für Tag. Ich glaube, niemand hat begriffen, dass mein Problem weniger darin bestand, diese sechs Wochen zu überleben, sondern dass dieser ungeheure Massenmord geschieht, millionenfach, – für jeden geschieht, der Fleisch isst. Besonders jene Fleischesser, die von sich behaupten, Tierfreunde zu sein, werden für mich nun vollends unglaubwürdig.
„Hör auf – verdirb mir nicht den Appetit!“ Auch damit bin ich mehr als einmal rigoros abgewürgt worden, gefolgt von der Steigerung: „Du bist ein Terrorist! Jeder normale Mensch lacht dich doch aus!“ Wie allein man sich in solchen Augenblicken vorkommt. Ab und zu sehe ich mir den kleinen Rinderfetus an, den ich mit heimgenommen und in Formalin eingelegt habe. Memento mori. Lass sie lachen, die „normalen Menschen“.
Augen, die ich niemals mehr vergessen kann, Augen, in die jeder sehen sollte, den es nach Fleisch verlangt…“

Es ist so paradox für mich. Ich liege hier und genieße die Sonne, mein Bier, meine Freiheit und das Leben, während, genau in diesem Augenblick, tausende von Tieren gezwungen werden, diesen grauenvollen Weg zu beschreiten, um hingerichtet zu werden. Für ein paar Minuten Genuss und „weil das eben immer schon so war“. Es lässt mir trotz 28 Grad Außentemperatur das Blut in den Adern gefrieren und ich fühl mich hilflos und schuldig. Und das, obwohl ich keine Tiere esse. Ich fühle mich schuldig, weil ich in letzter Zeit immer wieder der Konfrontation mit „Fleischessern“ ausgewichen bin. Weil ich es leid bin, immer wieder aufzuzählen, warum ich kein Fleisch esse. Dann immer wieder die selber Leier anhören zu müssen und auf beleidigte und pampige Gesichter zu blicken, die sich in ihrer Entscheidungsfreiheit beinträchtig fühlen, nur weil ich gesagt habe: „Nein, ich esse kein Fleisch.“ Ich bin es leid, mir den immer wieder gleichen Speziesismus anhören zu müssen. Ich habe nicht mehr ertragen können und auch nicht mehr anhören wollen. Für mich ist es so klar und so offensichtlich, dass es in unserer heutige Gesellschaft keinen Grund gibt zu morden, um zu essen.

Nun, während ich auf La Gomera bin und mir eine Auszeit aus all dem Alltagswahnsinn nehme, bereite ich mich auf einen Vortrag über Nachhaltigkeit und Milchkonsum vor neun Kindern in einer Realschule vor. Deswegen lese ich auch wieder viel und zwinge mich dazu, es zu lesen und zu recherchieren, um den Kindern auch entsprechend fundiertes Wissen unterbreiten zu können und Antworten auf ihre Fragen zu haben. Denn wenn ich schon die Möglichkeit bekomme, Kinder für diese Thematik zu sensibilisieren, möchte ich das auch entsprechend tun.
So liege ich hier mit der Sonne im Rücken und einem wundervollen Tune in den Ohren auf „meiner“ Dachterrasse und erschauere bis ins Tiefste vor der Grausamkeit und Gier der Menschen und welche unnötigen Opfer sie fordert.

Der komplette Text von Christiane M. Haupt ist hier nachzulesen.

Laufen gegen Leiden

Nadine Kaul hat den „Gutenachtlauf“ in Bayreuth ins Leben gerufen und organisiert die monatlichen Treffen zum veganen Stammtisch.

Mit Sport und Bewegung auf tierisches Leid aufmerksam machen
Laufen gegen Leiden & die Mondphasen im neuen it’s cowtime Kalender 2017

Weil der Mond einfach kuhl ist, gab es im neuen it’s cowtime Kalender 2017 auch die Mondphasen. Aber natürlich nicht nur weil es gut zu wissen ist, wann Vollmond oder Neumond ist, sondern auch mit einem Hintergedanken: Denn immer bei Vollmond treffen sich engagierte Menschen in ganz Deutschland zum ‚Gutenachtlauf‘. Organisiert und ins Leben gerufen wurde dieser von ‚Laufen gegen Leiden‘. Doch was genau ist eigentlich ‚Laufen gegen Leiden‘?!

Begonnen hat die Sache mit dem Laufen durch Mark Hofmann, veganer Marathonläufer, Triathlet und mehrfacher Ironman. 2011 begann er als „one-man-show“ durch sein Laufen auf das Leid der Nutztiere aufmerksam zu machen und schon 2014 gründete er, auf Grund des hohen Interesses und der Nachfrage, ‚Laufen gegen Leiden e.V.‘ – Deutschlands ersten und bisher einzigen veganen und gemeinnützigen Sportverein. Mittlerweile gibt es schon über 240 aktive Mitglieder und viele Unterstützer im sogenannten „Läuferrudel“. Das Satzungsziel des Vereins ist die Volksbildung (hinsichtlich der mannigfaltigen Vorteile einer veganen Lebensweise für Umwelt, Tier und Mensch), die Förderung des Sports und des Tier- und Umweltschutzes.

Und somit kommen wir zum größten organisierten Lauftreff in Deutschland, dem ‚Gutenachtlauf‘. Er ist für jeden offen und jeder kann vorbei kommen. Ob es bei Dir in der Stadt einen ‚Gutenachtlauf‘ gibt kannst du hier nachschauen. Um an dem Lauf teilnehmen zu können, entrichtest Du ganz einfach eine Startgebühr von mindestens einem Euro, welche am Ende des Laufes als Spende an ausgewählte Vereine fließt und dann kanns auch schon losgehen. Das Besondere am Gutenachtlauf ist, dass sich die Läufer immer bei Vollmond um 21:30 treffen. Das ist meiner Meinung nach eine grandiose und so schön simple Idee. Wie bekommt man an vielen verschiedenen Orten in ganz Deutschland Leute zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammen, welches Ereignis findet überall am gleichen Tag statt? – Genau Vollmond.

Neben dem ‚Gutenachtlauf‘ informiert ‚Laufen gegen Leiden e.V‘. über die unbedingte Vereinbarkeit von Veganismus und Sport in allen Medien, auf Laufveranstaltungen und mit Informationsständen auf Straßenfesten. Allein schon durch ihre T-Shirts fallen sie auf und werden oft angesprochen. Es ist ein wundervoller und so guter Weg, Menschen auf das Leid der Nutztiere aufmerksam zu machen. Denn sie haben stets mit den anderen Sportlern etwas gemeinsam – die Liebe zum Laufen und zum Sport. Und auf dieser Basis lässt es sich gut ins Gespräch kommen und informieren.

Auf Hof Butenland lebt Uschi, welche auch im neuen it’s cowtime Kalender 2017 vorgestellt wird. Das Geld, welches zum Freikauf von Uschi benötigt wurde, haben die Marathonläufer Laufen gegen Leiden bei der Staffel B12 im Mai 2013 „erlaufen“. Die wundervollen engagierten Menschen haben sogar noch weiter gedacht, denn ohne Paten ist es nicht so einfach den Unterhalt für eine Kuh aufzubringen. Deshalb haben sie auch noch direkt die Patenschaft für Uschi übernommen. Dank ihnen kann das sensible Dickköpfchen nun frei und glücklich auf Hof Butenland leben.

Für noch mehr Infos und falls Du gerne Teil von Laufen gegen Leiden werden willst schau auf ihrer Homepage vorbei: www.laufengegenleiden.de

 

Schreib mal wieder!

In Zeiten von Whatsapp, Emails und Facebook Messenger und einem so ziemlich überall verfügbarem mobilen Internet vergessen die meisten Leute, dass es auch mal ganz schön ist wieder eine Postkarte im Briefkasten zu finden. Postkarten sind meiner Meinung nach einer wundervolle Möglichkeit einem Menschen den man mag eine Freude zu machen. Es ist kein großer Akt das Feld mit einem netten Gruß einer schönen Botschaft oder einem einfachen „ich denke an dich“ zu füllen.

Deswegen gibt es nun auch 10 neue it’s cowtime Postkarten mit je einer Kuh-Zeichnung und der dazugehörigen Geschichte auf der Rückseite.
Also los gehts eine Postkarte mit dem Wunschkuhmotiv zur Hand genommen und an einen netten Menschen schicken. Oder auch an jemand der vielleicht durch die Geschichte der jeweiligen Kuh zum Nachdenken angeregt wird.
Die neuen Postkarten findet ihr it’s cowtime im Shop, der nebenbei erwähnt auch noch schicker für euch gemacht wurde.

Frühlingsgefühle

Ich gehe vor die Tür und genieße die ersten Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Tief atme ich durch und fülle meine Lungen mit frischer Frühsommerluft. Es fühlt sich so gut an! Ich spüre in mir das Verlangen raus zu gehen und zu laufen. Laufen und laufen… die Schuhe ausziehen… das frische junge Gras unter meinen nackten Füßen spüren… das Wunder des erwachenden Lebens beobachten… die ersten Hummeln sehen… den Gesang der Vögel hören… sie beim Nestbau beobachten… und immer wieder frische Luft tief einatmen… Bis die Sonne untergeht wandere ich durch die Natur. Ich möchte nicht mehr nach Hause, daheim fühle ich mich erdrückt von der Enge des Raumes, möchte sofort wieder raus. Bei weit geöffneten Fenstern lege mich in mein Bett, sammle neue Energie für den nächsten Tag. Dann werde ich die Sonne wieder auf meiner Haut spüren und mich mit all diesen guten Gefühlen und Gückseligkeit füllen…

Doch wie ich so in meinem Bett liege, erwachen in mir die Gedanken an all die Tiere, die niemals das wärmende Sonnenlicht auf ihrer Haut oder ihrem Fell zu spüren bekommen. Die ihr ganzes Leben lang niemals das Gefühl von frischem, sauberen, weichen Gras unter ihren Hufen spüren. Die niemals einfach nur im Gras liegen können und ihr Leben genießen dürfen, während die Sonne auf sie herunter strahlt. Niemals können sie an einem munter gurgelnden Bach ihren Durst stillen. Niemals können sie einfach umherziehen und nichts weiter als frei und glücklich sein. Sie sind ihr Leben lang eingesperrt in dunklen, stinkenden Ställen. Eingepfercht mit tausend anderen leidenden Wesen. Die Luft ist erfüllt vom Fäkalgeruch und dem Gestank von Angst, Schmerz und Leid. Sie werden missbraucht als Fleischlieferant, als Milchquelle und als Gebärmaschinen. Alles, was sie in ihrem jämmerlichen, kurzen und leidvollen Leben spüren, ist Angst, Schmerz, und Tod. Ein ganzes Leben voller Qualen und Leid für einen billigen, kurzfristigen Genuss des Menschen…

Neue Zeichnungen

w00p w00p!
Die ersten Entwürfe für neue Zeichnungen sind da.
Ich habe mindestens 19, wenn nicht sogar noch mehr, Rinder vor mir!
Und ich weiß jetzt schon ich werde mich selbst hassen werde, wenn ich mit den zwei Riesenkühen anfange, Strich für Strich für Strich. Das werden wohl mehr als 4-5 Stunden. Aber warum nicht mal ne Riesenkuh?!

 

Hände, Leistungsgesellschaft und Milchkühe

Leistungsgesellschaft

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, wer nicht genügend Leistung bringt, geht unter. Ist es also verwunderlich, dass wir auch bei Tieren nur auf Leistung aus sind, wenn wir schon unsere Mitmenschen (für welche die meisten normalerweise Empathie empfinden) so behandeln?
Wie komme ich darauf? Ganze einfach. Ich habe momentan, beziehungsweise schon seit einigen Wochen, extreme Probleme mit meinen Händen. In der Hochphase konnte ich nicht mal mehr einen Stift halten, geschweige denn war und bin ich momentan irgendwann mal komplett schmerzfrei. Wenn ich mich nun in das Leben einer Milchkuh versetze, denke ich mir dabei, dass diese Tiere solche Schmerzen jeden Tag erleiden. Sie haben Probleme mit den Gelenken, durch die auf Leistung gezüchteten unnatürlich riesigen Euter. Sie haben Tag für Tag Schmerzen in den Klauen, durch den Spaltenboden auf dem sie stehen. Sie haben Schmerzen durch entzündliche Veränderungen ihres Euters auf Grund von Überbelastung. Seit ich meine Hände nicht mehr ohne Schmerzen benutzen kann, wird mir noch klarer, welche Qualen diese Tiere durchleiden. Nicht mal in den Ruhephasen bin ich komplett schmerzfrei. In der Hochphase konnte ich nichts mehr machen, nicht mal mehr klar denken. Woher das kommt, ist noch nicht ganz sicher. Wahrscheinlich durch einen Überbelastung sowie psychische Anspannung und Stress. Nun überlegt euch mal, was einen Kuh täglich durchmacht. Jeden Tag auf engstem Raum mit Hunderten Artgenossinnen. Jeglicher Möglichkeit beraubt ihr natürliches Sozialleben auszuleben oder sich zumindest aus dem Weg gehen zu können. Ständig müssen sie das Gewicht ihres Überprallen Euters mit sich umher schleppen und laufen durch ihre eigenen Exkremente. Sie bekommen Hochleistungsfutter, welches für ihr Magensystem nicht wirklich ausgelegt ist. Kein Rind in freier Wildbahn würde Soja oder Mais als Hauptnahrungsmittel fressen. Durch die Probleme mit meinen Händen bin ich nicht mehr leistungsfähig. Ich kann nicht mehr zeichnen, schreiben, ich kann eigentlich gar nichts mehr ohne Schmerzen. Ich bin nicht mehr rentabel. Dazu bin ich depressiv verstimmt, weil ich nicht das machen kann, was ich gerne tue und weil ich Angst habe, es gar nicht mehr ohne Schmerzen ausführen zu können. Eine Milchkuh trägt 9 Monate lang ihr Kalb aus, genau wie eine Frau. Dann, wenn das Kälbchen endlich da ist, wird es ihr nach kürzester Zeit für immer weggenommen. Sie und auch ihr Kalb durchleiden unvorstellbare psychische und seelische Schmerzen durch diese Trennung. Wenn die Milchkuh dann unrentabel wird, endet ihr kurzes qualvolles Leben auf einer der Schlachtbänke, auf welchen im Sekundentakt Tiere getötet werden. Ihr Fleisch wird dann unter Leistungsdruck von Menschen verarbeitet, welche durch diese Arbeit selbst oft krank werden. Sind sie dann unrentabel, werden sie durch neue, billige Arbeiter ersetzt.
Kein Lebewesen, weder Du, noch ich, noch eine Kuh möchte leiden, geschweige denn sterben.

Der it’s cowtime Blog

Neben der it’s cowtime Facebook Seite, möchte ich nun diesen Blog nutzen um auch für meine Gedanken und meine schriftlichen Werke Platz zu finden. Ich habe mir für 2016 vorgenommen dem it’s cowtime Projekt auch eine „schreibende“ Position zu geben und eine Plattform für Tierrechts-, Tierschutz- und Tierethikgedanken zu schaffen. Es ist für mich Neugebiet und wird eine spannende Sache, aber ich freue mich sehr darauf.