Yasoda – Bayreuth4U Projekt

Yasoda wurde 2008, zusammen mit ihrer gerade mal 12 Tage alten Tochter Bhumi, aus Anbindehaltung in einem kleinen dunklen Stall gerettet. Dank dem Projekt Happy Kuh e.V., welches vor über 10 Jahren von Sebastian Becher und Mariela Baca begonnen wurde, konnte Yasoda fast 10 Jahre in Freiheit und zusammen mit ihren Kindern genießen. Bevor sie auf die Weiden von Happy Kuh e.V. kam, musste sie jahrelang ständig angebunden, umgeben von viel zu vielen Leidensgenossinnen und unendlichem Dreck, in einem viel zu kleinem und dunklen Stall dahinvegetieren. Leider ist es in Deutschland, auch in Biobetrieben, noch gang und gäbe, dass etwa eine Million Rinder in Anbindehaltung gehalten werden. Dabei werden die Rinder vor allem in kleinen und mittleren Betrieben über die Wintermonate oder sogar das gesamte Jahr mittels Anbindevorrichtung am Hals fixiert, sodass sie sich nicht einmal umdrehen können. Extreme körperliche Beeinträchtigungen wie zum Beispiel entzündete Gelenke, Lahmheit, Liegeschwielen und auch Einschnürungen und Quetschungen am Hals sind häufig die Folge. Hinzu kommen psychische Schäden, da ihnen jegliche Sozialkontaktpflege sowie alle natürlichen Verhaltensweisen versagt werden. In Freiheit legt eine Kuh beim Grasen bis zu 10 Kilometer in langsamen Tempo zurück. Dazwischen legt sie sich immer wieder nieder um wiederzukäuen. Desweiteren haben Kühe ein ausgeprägtes Sozialverhalten, sie liebkosen ihre Freunde mit ihrer langen rauhen Zunge, rangeln und spielen miteinander und liegen gerne nahe und in Körperkontakt bei ihren besten Freunden. Tiere in der Anbindehaltung können sich maximal hinlegen und auf der Stelle von einem Bein auf das andere treten. Doch Yasoda konnte zum Glück gerettet werden und ihre Tochter Bhumi musste sie niemals erleben.
In der Theorie wurde Happy Kuh e.V. vor über 10 Jahren gegründet. Mariela studierte Nachhaltiges Ressource Management und ihre Abschlussarbeit befasste sich mit dem Thema: Vegetarische, biologische Landwirtschaft & Kuhschutz – eine Lösung zur Rettung der Umwelt.
Mit ihrem Mann fand sie einen Partner, der sich mit ihr einem Projekt zum Kuhschutz widmen wollte. Nachdem die Theorie stand und alles so weit war, konnten die ersten Tiere einziehen. Seit 5 Jahren leben sie nun als Familie mit zwei Söhnen im schönen Saale Holzlandkreis, umgeben von beeindruckender Natur und wunderbare Stille. Der nächste Nachbar ist ungefähr fünf Kilometer Luftlinie entfernt. Der ideale Ort für Kühe und Ochsen. Sie leben in einem netten Stall, von dem aus sie freien Zugang zur Weide haben.
Hier konnte Yasoda ihre Freiheit zusammen mit ihren zwei Kindern Bhumi und Bhima genießen bis zu dem Tag, als ihr Körper nicht mehr wollte. Sie hatte sich festgelegt und konnte nicht mehr selbständig aufstehen und musste, umgeben von ihren Liebsten, erlöst werden.

Sina – Bayreuth4U Projekt

Sina wurde am 15.12.2016 in Freiheit auf dem Lebenshof Gut Weidensee geboren. Das Ganze grenzt an ein kleines Wunder, denn eigentlich sollte ihre hochschwangere Mutter Klara, die ihr Leben in Anbindehaltung verbringen musste, bis in die Türkei transportiert werden. In der sogenannten „Anbindehaltung“ stehen die Tiere angebunden tagein, tagaus immer an der gleichen Stelle und können sich nicht wegbewegen. Normalerweise verbringen Kühe 10 Stunden am Tag damit zu grasen und sich langsam dabei fortzubewegen. Bei dieser grausamen Art der Haltung können sie sich weder umdrehen, geschweige denn ein paar Schritte gehen. Genauso wenig können sie ihr sehr ausgeprägtes Sozialverhalten ausleben.  Als der Bauer dann seinen Betrieb aufgab, plante er, die Kühe in die Türkei verschiffen zu lassen, wo ihnen nach einer tagelangen, kräftezehrenden Reise, auf der viele Tiere jämmerlich eingehen, ein grausamer Tod durch die Praktik der Schächtung bevorstand. Klara war zu diesem Zeitpunkt schon hochtragend. Glücklicherweise konnten Klara und ihre Freundin Mia gerettet werden. Beide zählen zu der Rasse Simmentaler Fleckvieh und werden industriell sowohl in der Milch- als auch in der Fleischproduktion ausgebeutet. Nun können sie ein freies und selbstbestimmtes Leben auf dem Lebenshof führen.
Als Sina dann im Dezember 2016 auf die Welt kam, war das für alle ein wundervoller Augenblick. Denn alle wussten, dass dieses kleine, schöne Kuhmädchen elendig im Bauch der Mutter bei deren Schächtung erstickt wäre – auch hier in Deutschland ist es Gang und Gebe trächtige Kühe zu schlachten, wobei das Kalb im Mutterleib erstickt.
Sina ist noch sehr schüchtern. Aber da sie keine schlechten Erfahrungen mit Menschen machen musste, sind die Gut Weidenseeser zuversichtlich, dass sie früher oder später Vertrauen zu ihnen fasst. Sina wächst und gedeiht prächtig. Sie genießt ihr Leben. Sie grast, liegt entspannt auf der Wiese, ärgert „Tante“ Mia oder fetzt im gestreckten Kuhgalopp über die Weide.
„Tante“ Mia hat durch die jahrelange Anbindehaltung eine leichte Gehbehinderung in Form einer Sehnenverkürzung im Hinterbein. Jedoch besserte sich das Problem dadurch, dass sie sich nun frei bewegen kann. Sie ist im Gegensatz zu Mutter Klara sehr neugierig, lässt sich gerne streicheln und findet es toll, wenn jemand mit ihr gemeinsam über die Wiese rennt. Natürlich lässt sie sich nicht von der kleinen, frechen Sina aus der Ruhe bringen und zeigt ihr auch mal ihre Grenzen auf. Denn in Kuhherden herrschen ausgefeilte und komplexe Sozialstrukturen und neben Spielen, Schmusen, einander Schlecken gehört eben auch dazu, die Stellung in der Herde auszutesten und klarzustellen.
Jedenfalls können diese drei Kühe ein glückliches und freies Leben führen und ihr natürliches Sozialverhalten ungehindert ausleben.

Mehr Infos findet ihr wie immer auf der Homepage oder in Facebook

Paulchen – Bayreuth4U Projekt

Paul oder auch Paulchen Kuhney konnte nicht immer ein so glückliches Leben führen wie er das auf Hof Butenland tat. Wie alle Kälber, die in der Milchindustrie geboren werden, wurde er nach der Geburt seiner Mutter weggenommen. Als männliches Kalb unnütz für die Milchindustrie erwartet diese Tieren immer dasselbe Schicksal, sie werden mit künstlichem Ersatzfutter gemästet, um dann circa 5-6 Monate später geschlachtet zu werden. Manche werden sogar im Alter von nur drei Monaten geschlachtet oder in Paulchens Fall sogar noch früher. Denn Paul landete bereits im Alter von zwei Monaten auf einem Schlachthof in Bayern, zusammen mit einer Fuhre „Ausschuss-Ferkel“, die alle krank oder verletzt waren. Auch Paul wurde als „überflüssig“ eingestuft und sollte „zerhackt und für Konserven eingefroren“ werden, denn er war das, was man „verwachsen“ nennt, Knochensubstanz und Herz waren angegriffen. Kurzum: nicht rentabel um mehr Energie und Arbeit in ihn zu stecken und noch weiter zu mästen. Um noch so viel Gewinn wie möglich aus ihm herauszuholen, sollte er schnellstens geschlachtet werden.
Zum Glück arbeitete eine Tierärztin in dem Betrieb, die sich für Paul einsetzte. Sie rettete ihn vor seinem drohenden Schlachttermin und er wurde von Denise 2 Monate lang aufgepäppelt und versorgt. Sie frottierte ihn jeden Tag als Ersatz für die liebevolle Zunge der Mutter warm ab, bürstete ihn und gab ihm all ihre Liebe. Als er stark genug war, konnte er die lange Reise in die Freiheit nach Hof Butenland antreten. Dort wickelte er schnell jeden durch seinen Charme, seine Zugewandheit und seine liebevollen feucht-warmen Küsse um die Rinderklaue. Paul liebte die rote Kuhbürste und wurde durch dieses alltägliche Ritual ein Internetstar. Über die ganze Welt verteilt wurde das Video von Paul und der Kuhbürste geteilt und es berührte viele Menschen. Ich durfte ihn bei meinem Besuch auf Hof Butenland vor über zwei Jahren kennenlernen und habe mich direkt in diesen kleingebliebene Schmuseochsen verliebt.
Drei Tage nach seinem dritten Geburtstag sackte Paul – ohne das Zutun eines anderen Rindes oder äußerer Einwirkung – auf einmal zusammen. Karin sah direkt, dass sein Bein gebrochen war. Mit viel Anstrengungen schafften sie ihn in den Stall und brachten ihn dort in die stabile Bauchlage, schienten sein Bein und nahmen ihm die Schmerzen. Seine Retterin Denise flog ein um bei ihm zu sein. Es wurden fünf (!) verschiedene Tierärzte kontaktiert um eine Möglichkeikt zu finden, Paul erneut zu retten. Jedoch handelte es sich um einen Trümmerbruch, noch dazu war sein Gelenk mit einbezogen. Auch der Spezialist in Berlin, der als letzte Hoffnung miteinbezogen wurde, sah keine Hoffnung und Chance für Paul. So mussten sie ihn erlösen. Er starb in den Armen derer, die ihn gerettet und die ihm ein freies und selbstbestimmtes Leben ermöglicht hatten.

Mein Projekt it’s cowtime gibt es seit 2012 in Stickerform. Hof Butenland ist der Hof, mit dem meine Zeichnungen begannen. Im Jahr 2014 schrieb ich Karin und Jan einen Brief und erklärte darin, dass ich mit meiner Arbeit in Form eines Kalenders gerne ihre Arbeit unterstützen möchte –  ein Kalender voller Kühe und vor allem für Kühe. Seither zeichne ich nun Kühe und versuche mit meiner Arbeit die Arbeit der Gnadenhöfe zu unterstützen, auf denen diesen wundervollen Tieren ein freies und glückliches Leben ermöglicht wird.

Weiter Infos zu Hof Butenland findet ihr auf ihrer Homepage sowie natürlich auf Facebook.

Das neue Projekt in Kooperation mit Bayreuth 4U

Happy Endings für Rinder

Ab heute gibt es eine Kooperation zwischen it’s cowtime und dem monatlich erscheinenden Magazin Bayreuth4U. Die Serie trägt den Titel „Happy Endings“ und befindet sich immer auf der vorletzten Seite der Bayreuth4U und hier auf dem it’s cowtime Blog.

Für alle, die it’s cowtime noch nicht kennen und mich (Lena), die Urheberin des Projektes, eine kurze Zusammenfassung:
it’s cowtime ist ein Projekt mit und vor allem für Rinder. Im Jahre 2012 begann alles in Berlin aus Spaß an der Freude, der Liebe zu Kühen und mit einer kleinen Stickerkuh. Nachdem ich das Buch „Tiere Essen“ von Jonathan Safran gelesen hatte, bekam das ganze Projekt einen tieferen Sinn. Der Sticker war immer mein Weg mit Menschen ins Gespräch zu kommen, darüber, wie wir Tiere heutzutage ausnutzen, unter welchen Bedingungen wir sie halten und wie beiläufig doch gegessen wird. Wir sollten unserem Essen die Wichtigkeit und das Bewusstsein zugestehen, welches es verdient hat. Wer gerne mehr zu meiner Person und dem Projekt erfahren möchte, kann sich hier auf der Homepage umschauen oder sich das Podcast Interview mit mir anhören (25 Minuten).
Mit meinen Zeichnungen begann ich im Jahr 2014, als ich beschlossen hatte, einen Kalender zu machen zu Gunsten der Rinder auf Hof Butenland, einem der Tierschutzhöfe in Deutschland. Mehr Infos zum Kalender findet ihr HIER.

Zur Kooperation mit Bayreuth4U:
diese ist auf ganz wundervolle Weise entstanden, nämlich im grandiosen Forum Phoinix – in dem ich letztes Jahr eine Ausstellung hatte. Hier einen riesen-herzlichen Dank an Matthias Meyer, den ich bei meiner Ausstellung im Phoinix kennengelernt habe, und das Team von Bayreuth4U, dass sie mir diesen kleinen feinen Platz freigeben. Es werden euch in jeder Ausgabe eine Kuh bzw. ein Ochse vorgestellt, welche/welcher auf einem Gnadenhof lebt, wo sie/er einfach nur Tier sein und frei leben darf ohne jeglichen Nutzen für den Menschen.

Diesen Monat fange ich mit einer Kuh von einem Hof um die Ecke an: Peggy.
Peggy lebt auf dem Gnadenhof Fränkische Schweiz e.V. in Stein bei Pegnitz. Der vor über 25 Jahren privat von Monika Pracht gegründete Gnadenhof bietet gequälten, verletzten oder verlassenen Tieren einen sicheren Lebensabend. Viele Jahre lang leitete Monika auch den Verein „Menschen für Tierrechte Nürnberg e.V.“, dessen Vorsitzende sie seit 2017 wieder ist.
Auf ihrem Gnadenhof leben Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Schafe, Ziegen, Vögel, Wildschweine, Ponys und seit 2016 auch Kühe. Der Traum vom Kuhaltersheim bestand schon seit einigen Jahren, denn jede Woche gibt es Anfragen zur Rettung von Kühen. Als Monika dann endlich von einem guten Bekannten eine Weide sowie einen Stall pachten konnte, zogen auch direkt Vroni und Lina, die ersten zwei Kühe, die von ihr aus der Anbindehaltung gerettet werden konnten, ein.
Die Tierschützerin konnte verhindern, dass sie auf die qualvolle und lange Reise in den Tod in der Türkei aufbrechen mussten. Viele Tiere in Deutschland werden exportiert und müssen auf solche Reisen gehen, bevor sie geschlachtet werden. Bei diesen Reisen, viele Tiere müssen mehr als einmal eine solche Reise in ihrem Leben durchstehen, werden sie in Massen auf enge Transporter gepfercht und oft ohne Wasser stundenlang transportiert. Oft werden die gesetzlichen Vorschriften nicht eingehalten und viele Tiere sterben bei den Transporten. Doch eine gewisse Sterbequote wird generell in der Tierproduktion in Kauf genommen.
Vroni und Lina wurde dieses grausame Schicksal erspart und drei Tage nach der Ankunft auf dem Gnadenhof fränkische Schweiz bekam Vorni ihr Kälbchen Viktoria. Allerdings bekam sie eine schwere Euterzündung und Viktoria musste per Hand aufgezogen werden. Damit die Kleine nicht so allein war, kam das Adoptivschwesterchen Peggy in die „Kinderherde“ dazu. Peggy war als Fleischrind gedacht, wäre also gemästet worden und mit 16-19 Monaten geschlachtet. Peggy ist am gleichen Tag wie Viktoria geboren (10.09.2016). Mit ihren jetzigen knapp 17 Monaten wäre sie bereits geschlachtet und zu Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet. Stattdessen kann sie nun ein unbeschwertes Teenagerdasein führen und Viktoria mit ihrem ruhigen und ausgeglichenen Charakter zur Seite stehen.
Die zwei lebten bis vor kurzem zusammen mit „Onkel Aladin“, das letzte verbliebene Pferd der Familie des Vermieters auf einer extra Weide, jedoch immer in Sicht Kontakt mit den anderen. Denn am 3.10.2016 bekam Lina ihren Sohn Lukas, den sie selbst nähren und aufziehen konnte. Die Herdenzusammenführung gestaltete sich etwas kompliziert, da Lukas, trotz Kastration, ein ziemlicher Rambo war. Doch seit einiger Zeit leben alle zusammen auf dem über 20.000 qm großen Areal.

Mehr Infos zu den Rindern auf dem Gnadenhof fränkische Schweiz findet ihr auf deren Homepage oder ihr folgt auf Facebook

Vegan Drucken

Ganz aktuell gibt es im Shop ja die it’s cowtime Hefte mit 8 verschiedenen Rindern und ihren Geschichten. Auch hier geht ein Teil des Erlöses zu Gunsten ihrer Höfe, und zwar Lebenstiere e.V.,Happy Kuh e.V.,Gnadenhof Fränkische Schweiz und Gut Weidensee. Sie waren ein Grund für mich, mich noch mal mit dem Thema „Vegan Drucken“ auseinanderzusetzen.

Denn alle Hefte sind, ebenso wie die it’s cowtime Postkarten mit den 10 verschiedenen Rindern von Hof Butenland und ihren Geschichten und alle Sticker, vegan gedruckt und nachhaltig produziert.
Vegan gedruckte Produkte sind jedoch keine Selbstverständlichkeit.
Es kann sich z.B. Gelatine in den Papieren, Kartons und Pappen befinden, denn dadurch haften die Druckfarben besser auf der Papieroberfläche. Es ist also absolut nicht selbstverständlich, dass Papier vegan ist. Bei den Farben wird es noch komplizierter, denn offiziell gibt es keine zertifizierten veganen Druckfarben auf dem Markt. Und jetzt wird es so richtig kompliziert, nämlich bei der Bindung: In den Leimen und Klebern ist generell Knochenmehl verarbeitet. Einen ausführlichen Artikel zum Thema findet ihr z.B. bei vegan-news zum Nachlesen: https://www.vegan-news.de/vegan-drucken/

Ich habe mir mit der Suche nach einer Druckerei, die den neuen it’s cowtime Kalender komplett vegan hätte drucken können, Tage um die Ohren geschlagen. Das Problem dabei war, dass es zwar mittlerweile recht gut möglich ist, vegan zu drucken, jedoch bei der Bindung wird es kompliziert. Dadurch, dass der Kalender ein Hardcover hat, bekomme ich keinen veganen Leim von den Buchbindereien.
Ich war schon in Kontakt mit Andreas Bender, dem Besitzer von voice-design, er könnte vegan binden. Mein Dilemma ist nur, dass ich mir als kleine Selbstständige die Buchbindekosten leider nicht leisten kann, denn alle Druckkosten für jegliche it’s cowtime Produkte bezahle ich erst mal aus eigener Tasche. Dazu kommt, dass die Kosten so hoch wären, dass sie
1. durch den Verkauf des Kalenders nach den letzten Jahren Verkaufserfahrung nicht rein kommen würden
2. selbst wenn wir es schaffen würden, wäre nix mehr zum Spenden da.
Denn dadurch, dass voice-design ein kleines Unternehmen ist und noch vieles in Handarbeit gemacht wird, vor allem in der externen Buchbinderei, sind die kompletten Kosten das Dreifache einer konventionellen Druckerei.

Deswegen muss ich bei dem it’s cowtime Kalender noch immer auf eine konventionelle Druckerei zurückgreifen. Die drucken immerhin komplett vegan und auf 100% Recyclingpapier. So weit ich in Vorleistung gehen kann, lasse ich alle Printprodukte komplett vegan und nachhaltig produzieren. Und ich hoffe, mir kommt auch bald eine Lösung für den it’s cowtime Kalender in den Sinn.

Die it’s cowtime Hefte

Eine kleine Geschichte zur Produktion

Seit langem wollte ich schon kleine it’s cowtime Hefte machen, welche als Notizbücher oder Skizzenbücher verwendbar sind. Nun endlich habe ich dieses Vorhaben verwirklicht. Ich stelle euch heute beide mal etwas näher vor und erzähle euch wie sie das aktuelle Design erhielten.

Das Blanko Heft kommt im handlichen A5 Format und umfasst 40 griffige Seiten aus weißem 160 Gramm starken Recyclingpapier. Es wird umschlossen von einem starken, braunen Papier aus Haselnussschalen.
Ja, du liest richtig: Dieses Papier besteht aus Lebensmittelresten, die ansonsten einfach nur weggeworfen würden. Es ist ökologisches Papier des italienischen Herstellers Favini, das neue Maßstäbe im Bereich der umweltfreundlichen Papiere setzt. Das einzigartige an diesem Papier ist die Verwendung von agrarindustriellen Abfallprodukten, die bis zu 30% des herkömmlichen Zellstoffes in der Produktion ersetzen. Das Papier ist GMO-frei und wird mit erneuerbaren Energien hergestellt.
Auf dem Cover findest Du Lieschen von der Initiative für Lebenstiere e.V. oder Klara von Gut Weidensee. Es ist ein sogenanntes Flipcover, d.h. Du kannst durch Wenden des Heftes entscheiden, welche der beiden Kühe du als Titelkuh haben möchtest.

Das Notizheft kommt ebenfalls im handlichen A5 Format und umfasst 52 Seiten weißes, liniertes, 100 Gramm starkes Recyclingpapier. Es wird umschlossen von einem stabilen Feinstpapier in sandfarben-melierten Wüstensand-Optik.
Auf dem Cover findest Du Raghu von Happy Kuh e.V. oder Peggy vom Gnadenhof Fränkische Schweiz. Es ist ebenfalls ein sogenanntes Flipcover, d.h. Du kannst durch Wenden des Heftes entscheiden welche der beiden Kühe du als Titelkuh haben möchtest.

Das Papier des Innenteils, beider Hefte, ist jeweils 100% Recyclingpapier, hochweiß und dennoch zertifiziert mit dem Blauen Engel. Dank Voice-Design, welche den Druck und die Verarbeitung der Hefte übernommen haben, sind beide Hefte 100% vegan und nachhaltig gedruckt und hergestellt.

So viel zu der Herstellung der Hefte nun zum Design:

Mein eigentlicher Plan war es, dass es jeweils ein Buch pro Hof gibt.
Sprich jeweils ein Notizbuch allein für Happy Kuh e.V. und eines für den Gnadenhof Fränkische Schweiz und jeweils ein Blankobuch für Lebenstiere e.V. beziehungsweise für Gut Weidensee.

Allerdings ist in der Kommunikation mit Andreas Bender von voice-design ein kleines Malheur passiert und wir haben an einander vorbei geschrieben. Weswegen im Text, denn jede Kuh hat einen Text auf der Innenseite des Buches, immer die Rede von z.B. Peggy & Vroni vom Gnadenhof Fränkische Schweiz oder von Klara und Mia von Gut Weidensee ist. Allerdings ist immer nur eine Kuh auf dem Cover zu sehen.

Wir haben jedoch eine wunderbar kuhle Lösung gefunden:
jede fehlenden Zeichnung wurde noch als A5 Print nachträglich gedruckt.

Somit erhaltet ihr zu jedem Heft immer noch die zwei Zeichnungen der jeweils fehlenden Kuh bzw. des Ochsen mit dazu. Am Anfang war ich etwas quengelig, weil mein eigentliches Design durcheinander gekommen ist, mittlerweile finde ich es mega super und bin Andreas dankbar für unser kleines Missverständnis, denn so ist etwas ganz wundervolles kuhles entstanden.

Von dem Verkaufspreis von 7,50 Euro werden jeweils 1 Euro an die beiden Höfe, deren Kuh bzw. Ochse das Cover zieren, gespendet.
Sprich 2 Euro des Verkaufspreises werden gespendet.

Die Hefte sind natürlich hier im Shop erhältlich: Notizheft & Blankoheft

 

it’s cowtime bei Christian Wenzel’s veganpodcast

Ich war neulich im Interview mit Christian Wenzel in seinem Vegan Athletes Podcast. In 25 Minuten erzähle ich, die Lena Wenz, euch woher die Liebe zu Kühen kommt, wie it’s cowtime entstanden ist und dazu gibt es am Ende noch eine kleine Spieleinlage von Mucca, herself and I.

Das Interview als Podcast mit allen Shownotes etc. : HIER

Die Shownotes für euch auch hier noch mal zum Nachlesen:

Mein Name ist Lena Wenz, ich bin 28 Jahre alt und habe eine Ausbildung zur Fotografin sowie ein Kommunikationsdesign Studium mit Schwerpunkt Grafik abgeschlossen. Ich bin auf dem Land im schönen Bad Berneck im Fichtelgebirge groß geworden und habe schon immer viel Zeit mit Tieren und bei Tieren verbracht. Als Kind habe ich oft auf dem Heuboden eines Bauernhofs gespielt und mit den Kälbchen gekuschelt. Mit 12 Jahren nannte mich eine meiner besten Freundinnen „Knutschkuh“, wir haben uns Briefe geschrieben, wie man das halt so macht in dem Alter als Mädchen. Ich habe unter die Briefe oft „Knutsch“ geschrieben, deswegen nannte sie mich so. Somit begann das alles mit den Kühen und mir.

Die Kuhliebe breitete sich immer mehr aus und über die Jahre hinweg war ich dann das Mädchen mit den Kühen. 2012 lebte ich für ein halbes Jahr in Berlin, für mich das erste mal eine große Stadt, die mir einfach so passiert ist, wirklich nach Berlin wollte ich eigentlich nie. Jedoch verliebte ich mich dann nach und nach auf meinen Entdeckungstouren in die Stadt, jedoch fehlte mir etwas und zwar Kühe. Deswegen beschloss ich, dass ich die Stadt durch ein paar Kühe bereichere. Das war die Geburtstunde des kleinen Stickerkühchen und dem Projekt „it’s cowtime“. Begonnen hat also alles aus der Liebe zu Kühen, Aufklebern und Spaß an der Freude.

Als ich mich für mein Kommunikationsdesignstudium an der FH in Bielefeld beworben habe, war meine Mappe, Überraschung, natürlich voller Kühe. Durch diese noch mal intensivere Auseinandersetzung mit dem Tier Kuh, deren Haltung, Ausnutzung und dem Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran, war für mich von einem Tag auf den anderen klar, dass ich keine Kühe mehr essen möchte. Und zwei Tage später habe ich beschlossen um wirklich konsequent zu sein verzichte ich auch auf alle Milchprodukte etc. Somit wurde der Sticker zu meine Kommunikationsbrücke um mit Leuten ins Gespräch zu kommen und mich mit ihnen über Tierhaltung und unser Essverhalten zu unterhalten.

Obwohl ich damals 2012 beim Auswahlverfahren zur Studieneignung meiner Professorin versprochen hatte, dass ich im Studium meine Kühe loslassen werde, konnte ich es doch nicht. Am Ende war ich in der FH als „die mit den Kühen“ bekannt und immer wieder erzählten mir Kommilitonen, dass wenn sie eine Kuh gesehen hatten sie an mich denken mussten. Immer wieder tauchte dann natürlich die Kuh in meinen Semesterprojekten auf und somit kam es auch zu dem it’s cowtime Kalender. Als ich 2014 merkte, dass ich für 2015 einen neuen Kalender brauche, kam mir die Idee mir selbst einen zu gestalten und da lag es nahe, dass Kühe in dem Kalender eine große Rolle spielen. Kurz darauf kam der Gedanke dazu, für Kühe mit dem Kalender Geld zu verdienen und somit Nützliches und Sinnvolles zu verbinden.

Durch eine Freundin kam ich 2012 auf Hof Butenland, das Kuhaltersheim auf Butjadingen. Sie brachte mir einen Flyer mit dem Kommentar: „Schau mal Kühe, Lena!“ Und ich dachte mir: „Warum nicht einen Kalender mit Kühen von Hof Butenland machen und somit die Arbeit von Jan Gerdes und Karin Mück unterstützen?“ Ich setzte mich hin und schrieb Hof Butenland einen Brief, stellte meine Idee vor und fragte, ob sie Lust auf eine Kooperation hätten. So entstand der erste Kalender zum Thema Kuh, der „it’s cowtime Kalender 2015“. So begann ich Kühe auf meine Art zu zeichnen und meinen eigenen Stil zu entwickeln. Jetzt kommt schon der vierte Kalender seiner Art heraus, der „it’s cowtime Kalender 2018“.

Auch meine Bachelorarbeit, die ich im Februar 2015 gemacht habe, hatte den Titel „KUHZEIT – eine Wechselbeziehung“ und war eine große Installation mit Objekten und Videos. Die Grundlage für diese Arbeit war ebenfalls die Kuh und das Thema Zeit. Weiterhin verteile ich noch immer die kleine Stickerkuh, fotografiere und zeichne Kühe. Das Zeichnen und Händische ist mein Gegenpol zum Arbeiten mit der Kamera, dem Laptop und der Digitalität. So erkunde ich diese wundervollen Tiere durch meinen Blick und meine Hand.

Nicht mein schlimmster Moment in meinem Leben, aber ein für mich einschneidendes Erlebnis. Meine Mutter war Biologie Studentin, als ich ihr passiert bin. Ich bin mit ihr auf der Arbeit an Bächen groß geworden, habe im Meer schwimmen gelernt und war immer mit ihr viel in der Natur. Schon als 3 oder 4-jährige, sobald ich ein Skalpell in der Hand halten konnte, habe ich die Fischchen, die meine Mutter für ihre Arbeit zum Erhalt der Flußperlmuschel töten musste, zerlegt und erkundet. Ich bin mit dem Wissen groß geworden, dass wenn man Fleisch ist, dafür ein Tier getötet werden muss. Meine Mutter hat mir stets klar gemacht, wie wichtig Essen ist und wie wichtig gutes Essen ist. Sie hat immer viel und frisch gekocht und Fleisch war auch etwas Besonderes.

Ich war stets gegenüber meinen Freunden, die Vegetarier waren tolerant und interessiert. Jedoch hatte mich keiner davon überzeugen können, kein Fleisch mehr zu essen. Mein Geld, was nie viel war, habe ich stets in gutes Essen gesteckt und in Reisen oder Kreativkram. Als ich dann spontan nach Berlin, nach meiner Ausbildung zur Fotografin kam, war ich auf der Suche nach einer Bleibe. Ich habe viele Anfragen für Wohnungen geschrieben, darunter auch eine an eine Vegane WG.

In meiner E-Mail schrieb ich, dass ich zwar Fleisch esse, aber dies auch einstellen kann und wenn ich mal Fleisch essen würde, darauf achten würde, dass nichts kontaminiert werden würde etc. Mich interessierte der vegane Lebensstil und ich wollte gerne mehr lernen und erfahren. Ich schrieb eine sehr offene, sehr interessierte und respektvolle E-Mail, meiner Ansicht nach. Jedoch erhielt ich eine aggressive, genervte E-Mail zurück in der ich als Leichenfresserin und schlimmeres betitelt wurde. Mich hat das damals sehr mitgenommen und verletzt, da ich nicht verstehen konnte, wieso mir so viel Hass und Anfeindungen entgegen kam.

Als ich dann im gleichen Jahr, 6 oder 8 Monate später, selbst Veganerin wurde, habe ich mir geschworen, dass ich niemals so auf andere Menschen zugehen oder reagieren wollte. Für mich ist es wichtig, dass ich respektvoll und hilfsbereit mit Menschen umgehe, die anders denken als ich. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nichts bringt aggressiv, belehrend und bevormundend zu handeln. Das baut in einem Menschen sofort eine Abwehrhaltung auf und ich erreiche, außer dass er gegen mich ist, nichts. Deswegen, wenn ich mit Menschen über meine Ernährung, Tierhaltung und alles rede, versuche ich es stets mit einem auf den Andren zu gehen.

it’s cowtime ist für mich ein Herzprojekt, ich bin nicht überdurchschnittlich erfolgreich. Es ist ein Projekt was nach und nach wächst und gedeiht, so wie ich selbst wachse und mich verändere im Laufe der Zeit. So wie meine Zeichnungen sich über die Jahre hin verändern und entwickeln. Der it’s cowtime Kalender hat dem ganzen Projekt eine Tiefe verliehen und hat mich in meinem Wollen bestärkt, mit meiner Arbeit die Arbeit von anderen zu unterstützen und somit etwas Gutes für die Tiere zu tun. Aufmerksamkeit zu erzeugen und einen Spot auf all die, so oft, Vergessenen zu richten. Ich hoffe, dass ich mit meinen Zeichnungen noch viele Menschen erreichen werde und auch zum Umdenken anrege.

Weitere Links:

Der Podcast auf iTunes : HIER

Der Podcast auf Android : HIER

Unser Interview auf YouTube: HIER

Das Foto ist von dem wundervollen Krischan Rudolph – old but gold! 

Dachterrassen-Gedanken

Die Paradoxie des Lebens – Eine emotionale Momentaufnahme

Ich sitze auf der Dachterrasse „meines“ Hauses auf La Gomera in der Sonne und höre „Parov Stelar – the sun“ in Dauerschleife. Zu dem Songtext: „I’m gonna tell my momma that I’m a traveller. I’m gonna follow the sun“ – für mich Freiheit pur – lese ich den Text einer Tierärztin über die Zeit ihres Praktikums im Schlachtbetrieb. Dieses Praktikum ist für die Ausbildung zum Tierarzt zwingend notwendig.
Wir alle kennen Grafiken zum Fleisch- und Milchkonsum und den umweltschädlichen Folgen der aus diesem Grund vorherrschenden Produktionsmethoden sowie den Hungersnöten, die daraus entstehen. Genauso bekannt ist die Tatsache, dass, wenn die Industrienationen ihren Fleischkonsum zurück- oder sogar einstellen würden, kein Mensch mehr Hunger leiden müsste. Der Hunger in der Welt lässt sich, nur grob angekratzt, auch auf die globalen Auswirkungen des massenhaften und unersättlichen Fleischkonsums unserer Industrienationen direkt zurückführen. Das mag sich für viele weit entfernt anfühlen, doch dieser Text von der Tierärztin Christiane M. Haupt ist nah, sehr nah, denn jeder von uns hat einen Schlachter in seiner Nähe und jeder, der Fleisch isst, egal ob bio oder nicht, fördert diese Umstände:

„… Erzählen möchte ich, dass immer wieder inmitten dieses schleimigen, blutigen Berges ein trächtiger Uterus zu finden ist, dass ich kleine, schon ganz fertig aussehende Kälbchen in allen Größen gesehen habe, zart und nackt und mit geschlossenen Augen in ihren schützenden Fruchtblasen, die sie nicht zu schützen vermochten, – das kleinste so winzig wie ein neugeborenes Kätzchen und doch eine richtige Miniatur-Kuh, das größte weich behaart, braunweiß und mit langen seidigen Wimpern, nur wenige Wochen vor der Geburt. „Ist es nicht ein Wunder, was die Natur so erschafft?“ meint der Veterinär, der an diesem Tag Dienst hat, und schiebt Uterus samt Fötus in den gurgelnden Müllschlucker. Und ich weiß nun ganz sicher, dass es keinen Gott geben kann, denn kein Blitz fährt vom Himmel hernieder, diesen Frevel zu rächen, der seinen Fortgang nimmt, wieder und wieder.
Auch für die erbärmlich magere Kuh, die, als ich morgens um sieben komme, krampfhaft zuckend im eisigen, zugigen Gang liegt kurz vor der Tötungsbox, gibt es keinen Gott und niemanden, der sich ihrer erbarmt in Form eines schnellen Schusses. Erst müssen die übrigen Schlachttiere abgefertigt werden. Als ich mittags gehe, liegt sie immer noch und zuckt, niemand, trotz mehrfacher Aufforderung, hat sie erlöst. Ich habe das Halfter, das unbarmherzig scharf in ihr Fleisch schnitt, gelockert und ihre Stirn gestreichelt. Sie blickt mich an mit ihren riesiggroßen Augen, und ich erlebe nun selbst, dass Kühe weinen können.
Die Schuld, ein Verbrechen tatenlos mitanzusehen, wiegt so schwer wie die, es zu begehen. Ich fühle mich so unendlich schuldig.
Meine Hände, Kittel, Schürze und Stiefel sind besudelt vom Blute ihrer Artgenossen, stundenlang habe ich unter dem Band gestanden, Herzen und Lungen und Lebern aufgeschnitten, – „Bei den Rindern saut man sich immer total ein“, bin ich bereits gewarnt worden.
Das ist es, wovon ich berichten möchte, um es nicht allein tragen zu müssen, – aber im Grunde will es keiner hören. Nicht, dass ich während dieser Zeit nicht oft genug befragt werde. „Wie ist es denn so im Schlachthof? Also, ich könnte das ja nicht!“ Ich grabe mir mit den Fingernägeln scharfe Halbmonde in die Handflächen, um nicht in diese mitleidigen Gesichter zu schlagen, oder um nicht den Telefonhörer aus dem Fenster zu werfen, – schreien möchte ich, aber längst hat all das, was ich tagtäglich mitansehe, jeden Schrei in der Kehle erstickt. Keiner hat gefragt, ob ich es kann. Reaktionen auf noch so karge Antworten verraten Unbehagen ob des Themas. „Ja, das ist ganz schrecklich, und wir essen auch nur noch selten Fleisch.“ Oft werde ich angespornt: „Beiß die Zähne zusammen, du musst da durch, und bald hast du es ja hinter dir!“ Für mich eine der schlimmsten, herzlosesten und ignorantesten Äußerungen, denn das Massaker geht weiter, Tag für Tag. Ich glaube, niemand hat begriffen, dass mein Problem weniger darin bestand, diese sechs Wochen zu überleben, sondern dass dieser ungeheure Massenmord geschieht, millionenfach, – für jeden geschieht, der Fleisch isst. Besonders jene Fleischesser, die von sich behaupten, Tierfreunde zu sein, werden für mich nun vollends unglaubwürdig.
„Hör auf – verdirb mir nicht den Appetit!“ Auch damit bin ich mehr als einmal rigoros abgewürgt worden, gefolgt von der Steigerung: „Du bist ein Terrorist! Jeder normale Mensch lacht dich doch aus!“ Wie allein man sich in solchen Augenblicken vorkommt. Ab und zu sehe ich mir den kleinen Rinderfetus an, den ich mit heimgenommen und in Formalin eingelegt habe. Memento mori. Lass sie lachen, die „normalen Menschen“.
Augen, die ich niemals mehr vergessen kann, Augen, in die jeder sehen sollte, den es nach Fleisch verlangt…“

Es ist so paradox für mich. Ich liege hier und genieße die Sonne, mein Bier, meine Freiheit und das Leben, während, genau in diesem Augenblick, tausende von Tieren gezwungen werden, diesen grauenvollen Weg zu beschreiten, um hingerichtet zu werden. Für ein paar Minuten Genuss und „weil das eben immer schon so war“. Es lässt mir trotz 28 Grad Außentemperatur das Blut in den Adern gefrieren und ich fühl mich hilflos und schuldig. Und das, obwohl ich keine Tiere esse. Ich fühle mich schuldig, weil ich in letzter Zeit immer wieder der Konfrontation mit „Fleischessern“ ausgewichen bin. Weil ich es leid bin, immer wieder aufzuzählen, warum ich kein Fleisch esse. Dann immer wieder die selber Leier anhören zu müssen und auf beleidigte und pampige Gesichter zu blicken, die sich in ihrer Entscheidungsfreiheit beinträchtig fühlen, nur weil ich gesagt habe: „Nein, ich esse kein Fleisch.“ Ich bin es leid, mir den immer wieder gleichen Speziesismus anhören zu müssen. Ich habe nicht mehr ertragen können und auch nicht mehr anhören wollen. Für mich ist es so klar und so offensichtlich, dass es in unserer heutige Gesellschaft keinen Grund gibt zu morden, um zu essen.

Nun, während ich auf La Gomera bin und mir eine Auszeit aus all dem Alltagswahnsinn nehme, bereite ich mich auf einen Vortrag über Nachhaltigkeit und Milchkonsum vor neun Kindern in einer Realschule vor. Deswegen lese ich auch wieder viel und zwinge mich dazu, es zu lesen und zu recherchieren, um den Kindern auch entsprechend fundiertes Wissen unterbreiten zu können und Antworten auf ihre Fragen zu haben. Denn wenn ich schon die Möglichkeit bekomme, Kinder für diese Thematik zu sensibilisieren, möchte ich das auch entsprechend tun.
So liege ich hier mit der Sonne im Rücken und einem wundervollen Tune in den Ohren auf „meiner“ Dachterrasse und erschauere bis ins Tiefste vor der Grausamkeit und Gier der Menschen und welche unnötigen Opfer sie fordert.

Der komplette Text von Christiane M. Haupt ist hier nachzulesen.

Laufen gegen Leiden

Nadine Kaul hat den „Gutenachtlauf“ in Bayreuth ins Leben gerufen und organisiert die monatlichen Treffen zum veganen Stammtisch.

Mit Sport und Bewegung auf tierisches Leid aufmerksam machen
Laufen gegen Leiden & die Mondphasen im neuen it’s cowtime Kalender 2017

Weil der Mond einfach kuhl ist, gab es im neuen it’s cowtime Kalender 2017 auch die Mondphasen. Aber natürlich nicht nur weil es gut zu wissen ist, wann Vollmond oder Neumond ist, sondern auch mit einem Hintergedanken: Denn immer bei Vollmond treffen sich engagierte Menschen in ganz Deutschland zum ‚Gutenachtlauf‘. Organisiert und ins Leben gerufen wurde dieser von ‚Laufen gegen Leiden‘. Doch was genau ist eigentlich ‚Laufen gegen Leiden‘?!

Begonnen hat die Sache mit dem Laufen durch Mark Hofmann, veganer Marathonläufer, Triathlet und mehrfacher Ironman. 2011 begann er als „one-man-show“ durch sein Laufen auf das Leid der Nutztiere aufmerksam zu machen und schon 2014 gründete er, auf Grund des hohen Interesses und der Nachfrage, ‚Laufen gegen Leiden e.V.‘ – Deutschlands ersten und bisher einzigen veganen und gemeinnützigen Sportverein. Mittlerweile gibt es schon über 240 aktive Mitglieder und viele Unterstützer im sogenannten „Läuferrudel“. Das Satzungsziel des Vereins ist die Volksbildung (hinsichtlich der mannigfaltigen Vorteile einer veganen Lebensweise für Umwelt, Tier und Mensch), die Förderung des Sports und des Tier- und Umweltschutzes.

Und somit kommen wir zum größten organisierten Lauftreff in Deutschland, dem ‚Gutenachtlauf‘. Er ist für jeden offen und jeder kann vorbei kommen. Ob es bei Dir in der Stadt einen ‚Gutenachtlauf‘ gibt kannst du hier nachschauen. Um an dem Lauf teilnehmen zu können, entrichtest Du ganz einfach eine Startgebühr von mindestens einem Euro, welche am Ende des Laufes als Spende an ausgewählte Vereine fließt und dann kanns auch schon losgehen. Das Besondere am Gutenachtlauf ist, dass sich die Läufer immer bei Vollmond um 21:30 treffen. Das ist meiner Meinung nach eine grandiose und so schön simple Idee. Wie bekommt man an vielen verschiedenen Orten in ganz Deutschland Leute zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammen, welches Ereignis findet überall am gleichen Tag statt? – Genau Vollmond.

Neben dem ‚Gutenachtlauf‘ informiert ‚Laufen gegen Leiden e.V‘. über die unbedingte Vereinbarkeit von Veganismus und Sport in allen Medien, auf Laufveranstaltungen und mit Informationsständen auf Straßenfesten. Allein schon durch ihre T-Shirts fallen sie auf und werden oft angesprochen. Es ist ein wundervoller und so guter Weg, Menschen auf das Leid der Nutztiere aufmerksam zu machen. Denn sie haben stets mit den anderen Sportlern etwas gemeinsam – die Liebe zum Laufen und zum Sport. Und auf dieser Basis lässt es sich gut ins Gespräch kommen und informieren.

Auf Hof Butenland lebt Uschi, welche auch im neuen it’s cowtime Kalender 2017 vorgestellt wird. Das Geld, welches zum Freikauf von Uschi benötigt wurde, haben die Marathonläufer Laufen gegen Leiden bei der Staffel B12 im Mai 2013 „erlaufen“. Die wundervollen engagierten Menschen haben sogar noch weiter gedacht, denn ohne Paten ist es nicht so einfach den Unterhalt für eine Kuh aufzubringen. Deshalb haben sie auch noch direkt die Patenschaft für Uschi übernommen. Dank ihnen kann das sensible Dickköpfchen nun frei und glücklich auf Hof Butenland leben.

Für noch mehr Infos und falls Du gerne Teil von Laufen gegen Leiden werden willst schau auf ihrer Homepage vorbei: www.laufengegenleiden.de