Alle Artikel von Lena Wenz

Dachterrassen-Gedanken

Die Paradoxie des Lebens – Eine emotionale Momentaufnahme

Ich sitze auf der Dachterrasse „meines“ Hauses auf La Gomera in der Sonne und höre „Parov Stelar – the sun“ in Dauerschleife. Zu dem Songtext: „I’m gonna tell my momma that I’m a traveller. I’m gonna follow the sun“ – für mich Freiheit pur – lese ich den Text einer Tierärztin über die Zeit ihres Praktikums im Schlachtbetrieb. Dieses Praktikum ist für die Ausbildung zum Tierarzt zwingend notwendig.
Wir alle kennen Grafiken zum Fleisch- und Milchkonsum und den umweltschädlichen Folgen der aus diesem Grund vorherrschenden Produktionsmethoden sowie den Hungersnöten, die daraus entstehen. Genauso bekannt ist die Tatsache, dass, wenn die Industrienationen ihren Fleischkonsum zurück- oder sogar einstellen würden, kein Mensch mehr Hunger leiden müsste. Der Hunger in der Welt lässt sich, nur grob angekratzt, auch auf die globalen Auswirkungen des massenhaften und unersättlichen Fleischkonsums unserer Industrienationen direkt zurückführen. Das mag sich für viele weit entfernt anfühlen, doch dieser Text von der Tierärztin Christiane M. Haupt ist nah, sehr nah, denn jeder von uns hat einen Schlachter in seiner Nähe und jeder, der Fleisch isst, egal ob bio oder nicht, fördert diese Umstände:

„… Erzählen möchte ich, dass immer wieder inmitten dieses schleimigen, blutigen Berges ein trächtiger Uterus zu finden ist, dass ich kleine, schon ganz fertig aussehende Kälbchen in allen Größen gesehen habe, zart und nackt und mit geschlossenen Augen in ihren schützenden Fruchtblasen, die sie nicht zu schützen vermochten, – das kleinste so winzig wie ein neugeborenes Kätzchen und doch eine richtige Miniatur-Kuh, das größte weich behaart, braunweiß und mit langen seidigen Wimpern, nur wenige Wochen vor der Geburt. „Ist es nicht ein Wunder, was die Natur so erschafft?“ meint der Veterinär, der an diesem Tag Dienst hat, und schiebt Uterus samt Fötus in den gurgelnden Müllschlucker. Und ich weiß nun ganz sicher, dass es keinen Gott geben kann, denn kein Blitz fährt vom Himmel hernieder, diesen Frevel zu rächen, der seinen Fortgang nimmt, wieder und wieder.
Auch für die erbärmlich magere Kuh, die, als ich morgens um sieben komme, krampfhaft zuckend im eisigen, zugigen Gang liegt kurz vor der Tötungsbox, gibt es keinen Gott und niemanden, der sich ihrer erbarmt in Form eines schnellen Schusses. Erst müssen die übrigen Schlachttiere abgefertigt werden. Als ich mittags gehe, liegt sie immer noch und zuckt, niemand, trotz mehrfacher Aufforderung, hat sie erlöst. Ich habe das Halfter, das unbarmherzig scharf in ihr Fleisch schnitt, gelockert und ihre Stirn gestreichelt. Sie blickt mich an mit ihren riesiggroßen Augen, und ich erlebe nun selbst, dass Kühe weinen können.
Die Schuld, ein Verbrechen tatenlos mitanzusehen, wiegt so schwer wie die, es zu begehen. Ich fühle mich so unendlich schuldig.
Meine Hände, Kittel, Schürze und Stiefel sind besudelt vom Blute ihrer Artgenossen, stundenlang habe ich unter dem Band gestanden, Herzen und Lungen und Lebern aufgeschnitten, – „Bei den Rindern saut man sich immer total ein“, bin ich bereits gewarnt worden.
Das ist es, wovon ich berichten möchte, um es nicht allein tragen zu müssen, – aber im Grunde will es keiner hören. Nicht, dass ich während dieser Zeit nicht oft genug befragt werde. „Wie ist es denn so im Schlachthof? Also, ich könnte das ja nicht!“ Ich grabe mir mit den Fingernägeln scharfe Halbmonde in die Handflächen, um nicht in diese mitleidigen Gesichter zu schlagen, oder um nicht den Telefonhörer aus dem Fenster zu werfen, – schreien möchte ich, aber längst hat all das, was ich tagtäglich mitansehe, jeden Schrei in der Kehle erstickt. Keiner hat gefragt, ob ich es kann. Reaktionen auf noch so karge Antworten verraten Unbehagen ob des Themas. „Ja, das ist ganz schrecklich, und wir essen auch nur noch selten Fleisch.“ Oft werde ich angespornt: „Beiß die Zähne zusammen, du musst da durch, und bald hast du es ja hinter dir!“ Für mich eine der schlimmsten, herzlosesten und ignorantesten Äußerungen, denn das Massaker geht weiter, Tag für Tag. Ich glaube, niemand hat begriffen, dass mein Problem weniger darin bestand, diese sechs Wochen zu überleben, sondern dass dieser ungeheure Massenmord geschieht, millionenfach, – für jeden geschieht, der Fleisch isst. Besonders jene Fleischesser, die von sich behaupten, Tierfreunde zu sein, werden für mich nun vollends unglaubwürdig.
„Hör auf – verdirb mir nicht den Appetit!“ Auch damit bin ich mehr als einmal rigoros abgewürgt worden, gefolgt von der Steigerung: „Du bist ein Terrorist! Jeder normale Mensch lacht dich doch aus!“ Wie allein man sich in solchen Augenblicken vorkommt. Ab und zu sehe ich mir den kleinen Rinderfetus an, den ich mit heimgenommen und in Formalin eingelegt habe. Memento mori. Lass sie lachen, die „normalen Menschen“.
Augen, die ich niemals mehr vergessen kann, Augen, in die jeder sehen sollte, den es nach Fleisch verlangt…“

Es ist so paradox für mich. Ich liege hier und genieße die Sonne, mein Bier, meine Freiheit und das Leben, während, genau in diesem Augenblick, tausende von Tieren gezwungen werden, diesen grauenvollen Weg zu beschreiten, um hingerichtet zu werden. Für ein paar Minuten Genuss und „weil das eben immer schon so war“. Es lässt mir trotz 28 Grad Außentemperatur das Blut in den Adern gefrieren und ich fühl mich hilflos und schuldig. Und das, obwohl ich keine Tiere esse. Ich fühle mich schuldig, weil ich in letzter Zeit immer wieder der Konfrontation mit „Fleischessern“ ausgewichen bin. Weil ich es leid bin, immer wieder aufzuzählen, warum ich kein Fleisch esse. Dann immer wieder die selber Leier anhören zu müssen und auf beleidigte und pampige Gesichter zu blicken, die sich in ihrer Entscheidungsfreiheit beinträchtig fühlen, nur weil ich gesagt habe: „Nein, ich esse kein Fleisch.“ Ich bin es leid, mir den immer wieder gleichen Speziesismus anhören zu müssen. Ich habe nicht mehr ertragen können und auch nicht mehr anhören wollen. Für mich ist es so klar und so offensichtlich, dass es in unserer heutige Gesellschaft keinen Grund gibt zu morden, um zu essen.

Nun, während ich auf La Gomera bin und mir eine Auszeit aus all dem Alltagswahnsinn nehme, bereite ich mich auf einen Vortrag über Nachhaltigkeit und Milchkonsum vor neun Kindern in einer Realschule vor. Deswegen lese ich auch wieder viel und zwinge mich dazu, es zu lesen und zu recherchieren, um den Kindern auch entsprechend fundiertes Wissen unterbreiten zu können und Antworten auf ihre Fragen zu haben. Denn wenn ich schon die Möglichkeit bekomme, Kinder für diese Thematik zu sensibilisieren, möchte ich das auch entsprechend tun.
So liege ich hier mit der Sonne im Rücken und einem wundervollen Tune in den Ohren auf „meiner“ Dachterrasse und erschauere bis ins Tiefste vor der Grausamkeit und Gier der Menschen und welche unnötigen Opfer sie fordert.

Der komplette Text von Christiane M. Haupt ist hier nachzulesen.

Laufen gegen Leiden

Nadine Kaul hat den „Gutenachtlauf“ in Bayreuth ins Leben gerufen und organisiert die monatlichen Treffen zum veganen Stammtisch.

Mit Sport und Bewegung auf tierisches Leid aufmerksam machen
Laufen gegen Leiden & die Mondphasen im neuen it’s cowtime Kalender 2017

Weil der Mond einfach kuhl ist, gab es im neuen it’s cowtime Kalender 2017 auch die Mondphasen. Aber natürlich nicht nur weil es gut zu wissen ist, wann Vollmond oder Neumond ist, sondern auch mit einem Hintergedanken: Denn immer bei Vollmond treffen sich engagierte Menschen in ganz Deutschland zum ‚Gutenachtlauf‘. Organisiert und ins Leben gerufen wurde dieser von ‚Laufen gegen Leiden‘. Doch was genau ist eigentlich ‚Laufen gegen Leiden‘?!

Begonnen hat die Sache mit dem Laufen durch Mark Hofmann, veganer Marathonläufer, Triathlet und mehrfacher Ironman. 2011 begann er als „one-man-show“ durch sein Laufen auf das Leid der Nutztiere aufmerksam zu machen und schon 2014 gründete er, auf Grund des hohen Interesses und der Nachfrage, ‚Laufen gegen Leiden e.V.‘ – Deutschlands ersten und bisher einzigen veganen und gemeinnützigen Sportverein. Mittlerweile gibt es schon über 240 aktive Mitglieder und viele Unterstützer im sogenannten „Läuferrudel“. Das Satzungsziel des Vereins ist die Volksbildung (hinsichtlich der mannigfaltigen Vorteile einer veganen Lebensweise für Umwelt, Tier und Mensch), die Förderung des Sports und des Tier- und Umweltschutzes.

Und somit kommen wir zum größten organisierten Lauftreff in Deutschland, dem ‚Gutenachtlauf‘. Er ist für jeden offen und jeder kann vorbei kommen. Ob es bei Dir in der Stadt einen ‚Gutenachtlauf‘ gibt kannst du hier nachschauen. Um an dem Lauf teilnehmen zu können, entrichtest Du ganz einfach eine Startgebühr von mindestens einem Euro, welche am Ende des Laufes als Spende an ausgewählte Vereine fließt und dann kanns auch schon losgehen. Das Besondere am Gutenachtlauf ist, dass sich die Läufer immer bei Vollmond um 21:30 treffen. Das ist meiner Meinung nach eine grandiose und so schön simple Idee. Wie bekommt man an vielen verschiedenen Orten in ganz Deutschland Leute zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammen, welches Ereignis findet überall am gleichen Tag statt? – Genau Vollmond.

Neben dem ‚Gutenachtlauf‘ informiert ‚Laufen gegen Leiden e.V‘. über die unbedingte Vereinbarkeit von Veganismus und Sport in allen Medien, auf Laufveranstaltungen und mit Informationsständen auf Straßenfesten. Allein schon durch ihre T-Shirts fallen sie auf und werden oft angesprochen. Es ist ein wundervoller und so guter Weg, Menschen auf das Leid der Nutztiere aufmerksam zu machen. Denn sie haben stets mit den anderen Sportlern etwas gemeinsam – die Liebe zum Laufen und zum Sport. Und auf dieser Basis lässt es sich gut ins Gespräch kommen und informieren.

Auf Hof Butenland lebt Uschi, welche auch im neuen it’s cowtime Kalender 2017 vorgestellt wird. Das Geld, welches zum Freikauf von Uschi benötigt wurde, haben die Marathonläufer Laufen gegen Leiden bei der Staffel B12 im Mai 2013 „erlaufen“. Die wundervollen engagierten Menschen haben sogar noch weiter gedacht, denn ohne Paten ist es nicht so einfach den Unterhalt für eine Kuh aufzubringen. Deshalb haben sie auch noch direkt die Patenschaft für Uschi übernommen. Dank ihnen kann das sensible Dickköpfchen nun frei und glücklich auf Hof Butenland leben.

Für noch mehr Infos und falls Du gerne Teil von Laufen gegen Leiden werden willst schau auf ihrer Homepage vorbei: www.laufengegenleiden.de

 

Der neue it’s cowtime Sticker „peace cow“

Immer wenn es neue Sticker gibt, gibt es ein neues Motiv.
Ganz am Anfang war es „einfach“ ein Blümchen. Wegen meiner geplanten Kanadareise bekam die kleine Kuh ein Ahornblatt ins Maul und danach ein Glückskleeblatt, weil Glück ja nie schaden kann. Der letzte Sticker für 2016 war eine Pusteblume, da ich mich im Auf- und Umbruch befand und viel unterwegs sein wollte und Pusteblumen einfach toll sind.

Nachdem nun der neue it’s cowtime Kalender 2017 gedruckt werden sollte, war klar: neuer Kalender, neue Stickerkuh!
Nach all dem was in letzter Zeit so abgeht auf dieser Welt, habe ich beschlossen, dass es eine kleine „peace cow“ wird. Denn ich finde Frieden und Friedlichkeit ist etwas ganz Wichtiges.
Deswegen wird es von dieser Sticker Variante dann auch 5000 Stück und nicht wie sonst 2500 geben. Es ist eine Message die nicht „alt“ wird sondern immer allgegenwärtig sein sollte. Sich gegen das Töten von Tieren einzusetzen ist für mich der Anfang einer gewaltfreien Lebensweise. Dieser Sticker ist, dank voice-design, 100% vegan und nachhaltig gedruckt!

Wenn ich mir so anschaue was der Mensch seinen Mitlebewesen so antut, dann denke ich mir, kein Wunder, dass so viel Gewalt, Aggression und Hass auf dieser Welt gibt. Kein anderes Lebewesen hasst oder übt so viel Gewalt aus wie der
Mensch. All das liegt in unserer Verantwortung!

Manchmal habe ich das Gefühl diese ganze Negativität übermannt mich und nimmt überhand. Dann versuche ich meine Gedanken auf etwas Positives zu lenken. Meistens ist das, das Bild einer ruhenden und wiederkauenden Kuh in einer
strahlenden und satt grünen Landschaft. Diese sanfte Monotonie des Wiederkauend beruhigt mich und ich denke mir: „ach ich möchte auch so in mir ruhen.“ Für mich strahlt kein anderes Tier so viel Ruhe, Frieden, Schutz, Liebe und Mütterlichkeit aus wie eine Kuh.

Deshalb bringe ich euch eine Kuh mit einem Peace-Zeichen im Maul, eben eine kleine peace cow.

Der it’s cowtime Kalender 2017 zum Vorbestellen

Es ist so weit! Der it’s cowtime Kalender 2017 kann vorbestellt werden!

Der „it‘s cowtime Kalender 2017“ ist ein Kalenderprojekt zu Gunsten von Hof Butenland, dem Kuhaltersheim auf Butjadingen.
40 % des Erlöses gehen als Spende an Hof Butenland, um die Tierschutzarbeit von Jan Gerdes und Karin Mück zu unterstützen. In diesem Buchkalender werden über 20 Kühe in gezeichneten Portraits vorgestellt und ihre Geschichte erzählt. Ebenso erscheint alle vier Wochen die kleine it‘s cowtime Kuh. Dieses Jahr erklärt sie Redewendungen rund um die Kuh. Der Kalender ist im A5 Format und enthält pro Doppelseite eine Wochenübersicht, außerdem Jahresübersichten für 2017 und 2018, Platz für Notizen und NEU! die Mondphasen.

Der Kalender ist für mich ein absolutes Herzprojekt. Es steckt viel Arbeit und Liebe in diesem Kalender und seinen Zeichnungen. Und ich freue mich sehr darauf, wenn die insgesamt 700kg Kalender ab Oktober bei mir rein kommen und ich ihn dann an euch verschicken darf!

Schreib mal wieder!

In Zeiten von Whatsapp, Emails und Facebook Messenger und einem so ziemlich überall verfügbarem mobilen Internet vergessen die meisten Leute, dass es auch mal ganz schön ist wieder eine Postkarte im Briefkasten zu finden. Postkarten sind meiner Meinung nach einer wundervolle Möglichkeit einem Menschen den man mag eine Freude zu machen. Es ist kein großer Akt das Feld mit einem netten Gruß einer schönen Botschaft oder einem einfachen „ich denke an dich“ zu füllen.

Deswegen gibt es nun auch 10 neue it’s cowtime Postkarten mit je einer Kuh-Zeichnung und der dazugehörigen Geschichte auf der Rückseite.
Also los gehts eine Postkarte mit dem Wunschkuhmotiv zur Hand genommen und an einen netten Menschen schicken. Oder auch an jemand der vielleicht durch die Geschichte der jeweiligen Kuh zum Nachdenken angeregt wird.
Die neuen Postkarten findet ihr it’s cowtime im Shop, der nebenbei erwähnt auch noch schicker für euch gemacht wurde.

Solidarität und Zusammenhalt

Vorab zu diesem Beitrag gesagt:
Ich bin keine gewandte Schreiberin, meine Texte entstehen aus Emotionen und Gefühlsregungen und ich bin nicht super im ausformulieren meiner Gedanken und Gefühle. Zu diesem Text möchte ich ausdrücklich anmerken, dass ich die Arbeit die ARIWA und Venga machen super finde. Ebenso den Vegan-Street-Day in Dortmund. Ich finde es gut, dass etwas passiert und ich unterstütze dies. Mein Kopfschütteln und meine Abneigung entstand wegen der Kommentare und der Diskussionen zur Ausladung von Hof Butenland und Free Animals. Und zwar nicht wegen der Ausladung an sich selbst, wo ich immer die Meinung vertreten habe, es hätte nicht so weit kommen müssen und es wäre doch bestimmt irgendwie noch möglich gewesen einen Platz für diese zwei Organisationen frei zu räumen. Jedoch was mich zum schreiben dieses Textes motiviert hat, war das Verhalten der User, deren Kommentare und deren Anfeindungen gegeneinander. 

Ich bin nicht immer die Schnellste, Gedanken müssen bei mir erst durch einen großen hirninternen Filter sickern bis ich sie formulieren kann oder sie für die Öffentlichkeit als präsentabel betrachte.  Jedoch geistern mir seit Wochen diese Gedanken durch meinen Kopf und ich versuche nun sie zu formulieren.

Genau gesagt geistern sie durch meinen Kopf, seit die Debatte über die Ausladung von Hof Butenland und Free Animals vom Vegan Street Day war. Wo ich mir noch immer denke, es sollte einen Weg geben, den beiden Lebenshöfen ebenso einen Platz auf dem Vegan Street Day zu geben, es gibt genügend Leute, die nach dem das bekannt worden ist, gesagt haben, ich teile meinen Stand.
Ich habe immer wieder Kopfschütteln das Ganze verfolgt und auch die Diskussionen unter den einzelnen Veganern dann. Und ich frage mich was soll das Ganze!?
Ich bin vegan geworden, der Tiere wegen. Nicht wegen einem Lifestyle nicht weil es im Trend lag sondern weil ich mich mit all den Umständen unter denen die Tiere heutzutage ausgenutzt und gehalten werden beschäftigt habe.
Ich denke mir so: „Leute warum sind wir vegan!? Ja eigentlich doch wegen der Tiere und nicht wegen unseren Egos wegen.“ Aber nein die Menschen leben nun mal leider jeder in seinem eigenen schädelgroßen Königreich. Und deswegen muss es immer die geben die sagen: „Ich bin aber viel veganer als Du! Ätsch! Und Du bist deswegen schlechter als wie ich.„
Ja, super schön für Dich hilft aber jetzt gerade auch keinem weiter! Mir geht es nicht darum ob ich nun veganer bin als du, oder ob ich nun besser bin als Du, sondern mir geht es darum, dass ich etwas für die Tiere mache. Für die, die keine Stimme haben, die, die sich nicht wehren können, die, die sich nicht zu „Wort“ melden können. Und genau da sollten alle anpacken und anfangen. Und das mit Solidarität gegenüber einander. Auch wenn manch einer aus dem Trend heraus vegan geworden ist, so ist er doch schon mal auf einem guten Weg. Und genau die Leute muss man doch mit ins Boot holen und sensibilisieren für das Tierrechtsthema. Ebenso auch Vegetarier und auch Omnis. Und das geht nicht in dem ich direkt drauf losschlage und hetze. Ich hab auch einige Menschen die ich nicht leiden kann, die mir mal vor den Kopf gestoßen haben oder die ich einfach nicht „riechen“ kann. Aber wenn es darum geht zusammen für etwas zu kämpfen, dann sollte man gefälligst mal sein Ego zur Seite packen und zusammen arbeiten. Darum geht es ja wohl, denn zusammen sind wir stärker als jeder für sich alleine.

Frühlingsgefühle

Ich gehe vor die Tür und genieße die ersten Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Tief atme ich durch und fülle meine Lungen mit frischer Frühsommerluft. Es fühlt sich so gut an! Ich spüre in mir das Verlangen raus zu gehen und zu laufen. Laufen und laufen… die Schuhe ausziehen… das frische junge Gras unter meinen nackten Füßen spüren… das Wunder des erwachenden Lebens beobachten… die ersten Hummeln sehen… den Gesang der Vögel hören… sie beim Nestbau beobachten… und immer wieder frische Luft tief einatmen… Bis die Sonne untergeht wandere ich durch die Natur. Ich möchte nicht mehr nach Hause, daheim fühle ich mich erdrückt von der Enge des Raumes, möchte sofort wieder raus. Bei weit geöffneten Fenstern lege mich in mein Bett, sammle neue Energie für den nächsten Tag. Dann werde ich die Sonne wieder auf meiner Haut spüren und mich mit all diesen guten Gefühlen und Gückseligkeit füllen…

Doch wie ich so in meinem Bett liege, erwachen in mir die Gedanken an all die Tiere, die niemals das wärmende Sonnenlicht auf ihrer Haut oder ihrem Fell zu spüren bekommen. Die ihr ganzes Leben lang niemals das Gefühl von frischem, sauberen, weichen Gras unter ihren Hufen spüren. Die niemals einfach nur im Gras liegen können und ihr Leben genießen dürfen, während die Sonne auf sie herunter strahlt. Niemals können sie an einem munter gurgelnden Bach ihren Durst stillen. Niemals können sie einfach umherziehen und nichts weiter als frei und glücklich sein. Sie sind ihr Leben lang eingesperrt in dunklen, stinkenden Ställen. Eingepfercht mit tausend anderen leidenden Wesen. Die Luft ist erfüllt vom Fäkalgeruch und dem Gestank von Angst, Schmerz und Leid. Sie werden missbraucht als Fleischlieferant, als Milchquelle und als Gebärmaschinen. Alles, was sie in ihrem jämmerlichen, kurzen und leidvollen Leben spüren, ist Angst, Schmerz, und Tod. Ein ganzes Leben voller Qualen und Leid für einen billigen, kurzfristigen Genuss des Menschen…

Neue Zeichnungen

w00p w00p!
Die ersten Entwürfe für neue Zeichnungen sind da.
Ich habe mindestens 19, wenn nicht sogar noch mehr, Rinder vor mir!
Und ich weiß jetzt schon ich werde mich selbst hassen werde, wenn ich mit den zwei Riesenkühen anfange, Strich für Strich für Strich. Das werden wohl mehr als 4-5 Stunden. Aber warum nicht mal ne Riesenkuh?!

 

Hände, Leistungsgesellschaft und Milchkühe

Leistungsgesellschaft

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, wer nicht genügend Leistung bringt, geht unter. Ist es also verwunderlich, dass wir auch bei Tieren nur auf Leistung aus sind, wenn wir schon unsere Mitmenschen (für welche die meisten normalerweise Empathie empfinden) so behandeln?
Wie komme ich darauf? Ganze einfach. Ich habe momentan, beziehungsweise schon seit einigen Wochen, extreme Probleme mit meinen Händen. In der Hochphase konnte ich nicht mal mehr einen Stift halten, geschweige denn war und bin ich momentan irgendwann mal komplett schmerzfrei. Wenn ich mich nun in das Leben einer Milchkuh versetze, denke ich mir dabei, dass diese Tiere solche Schmerzen jeden Tag erleiden. Sie haben Probleme mit den Gelenken, durch die auf Leistung gezüchteten unnatürlich riesigen Euter. Sie haben Tag für Tag Schmerzen in den Klauen, durch den Spaltenboden auf dem sie stehen. Sie haben Schmerzen durch entzündliche Veränderungen ihres Euters auf Grund von Überbelastung. Seit ich meine Hände nicht mehr ohne Schmerzen benutzen kann, wird mir noch klarer, welche Qualen diese Tiere durchleiden. Nicht mal in den Ruhephasen bin ich komplett schmerzfrei. In der Hochphase konnte ich nichts mehr machen, nicht mal mehr klar denken. Woher das kommt, ist noch nicht ganz sicher. Wahrscheinlich durch einen Überbelastung sowie psychische Anspannung und Stress. Nun überlegt euch mal, was einen Kuh täglich durchmacht. Jeden Tag auf engstem Raum mit Hunderten Artgenossinnen. Jeglicher Möglichkeit beraubt ihr natürliches Sozialleben auszuleben oder sich zumindest aus dem Weg gehen zu können. Ständig müssen sie das Gewicht ihres Überprallen Euters mit sich umher schleppen und laufen durch ihre eigenen Exkremente. Sie bekommen Hochleistungsfutter, welches für ihr Magensystem nicht wirklich ausgelegt ist. Kein Rind in freier Wildbahn würde Soja oder Mais als Hauptnahrungsmittel fressen. Durch die Probleme mit meinen Händen bin ich nicht mehr leistungsfähig. Ich kann nicht mehr zeichnen, schreiben, ich kann eigentlich gar nichts mehr ohne Schmerzen. Ich bin nicht mehr rentabel. Dazu bin ich depressiv verstimmt, weil ich nicht das machen kann, was ich gerne tue und weil ich Angst habe, es gar nicht mehr ohne Schmerzen ausführen zu können. Eine Milchkuh trägt 9 Monate lang ihr Kalb aus, genau wie eine Frau. Dann, wenn das Kälbchen endlich da ist, wird es ihr nach kürzester Zeit für immer weggenommen. Sie und auch ihr Kalb durchleiden unvorstellbare psychische und seelische Schmerzen durch diese Trennung. Wenn die Milchkuh dann unrentabel wird, endet ihr kurzes qualvolles Leben auf einer der Schlachtbänke, auf welchen im Sekundentakt Tiere getötet werden. Ihr Fleisch wird dann unter Leistungsdruck von Menschen verarbeitet, welche durch diese Arbeit selbst oft krank werden. Sind sie dann unrentabel, werden sie durch neue, billige Arbeiter ersetzt.
Kein Lebewesen, weder Du, noch ich, noch eine Kuh möchte leiden, geschweige denn sterben.